Ein Freitag bei Eberli: Als KI plötzlich greifbar wurde

Roger Thalmann
March 18, 2026
7
Min. Lesezeit

Zusammenfassung

Der Blog beschreibt einen Freitag bei Eberli, an dem generative KI vom Buzzword zum konkreten Werkzeug wird. In einem Praxis-Workshop erleben Mitarbeitende und später die Geschäftsleitung, wie KI Protokolle zusammenfasst, Follow-up-Mails entwirft und Routineaufgaben beschleunigt. Klar wird: KI ersetzt keine Fachkompetenz, sondern dient als Co‑Pilot. Durch Live-Demos, einen Agenten im Eberli-Kontext und konkrete Use Cases entstehen Ideen, wie Teams Arbeit neu zuschneiden und mehr Zeit für Entscheide mit Wirkung gewinnen.

«Das Referat von Centry Labs zum Thema „Künstliche Intelligenz verstehen und anwenden“ war hervorragend strukturiert und äusserst praxisorientiert. Die Referenten Miguel und Roger haben die Chancen und Grenzen von KI klar aufgezeigt und konkrete Anwendungen für den Berufsalltag präsentiert. Ich gehe mit vielen neuen Ideen und einer klaren Vorstellung, wie wir KI Schritt für Schritt nutzen können. Absolut empfehlenswert!»

Martin Barmettler, Geschäftsführer Immobilien | Stv. CEO - Eberli AG

Der Moment, der alles verschiebt

Freitagmorgen bei der Eberli AG. Menschen kommen rein, Jacken über Stuhllehnen, Kaffee in der Hand. Diese Stimmung kennst du: freundlich, wach, ein bisschen gespannt. KI steht gross auf der Agenda, aber im Raum hängt noch die Frage, die man selten laut sagt: «Ist das etwas, das uns wirklich hilft – oder einfach ein Trend, der wieder vorbeizieht?»

Wir sind mit einer Geschichte gestartet. Nicht, weil Storytelling schicker wirkt als eine Definition. Sondern weil es ehrlich ist. Unser Opening hiess «Der Moment, der alles verändert hat».

Der Moment, als wir zum ersten Mal gemerkt haben: Generative KI ist nicht nur eine Spielerei. Sie kann dir Zeit geben. Und sie kann dir zeigen, wo du dich jeden Tag selbst ausbremst – beim Formulieren, Strukturieren, Zusammenfassen.

Dieser Einstieg hat den Ton gesetzt. Nicht «KI kann alles», sondern: Da ist etwas Neues, das du führen musst. Und wenn du das tust, kann es dich entlasten.

Wenn Technik plötzlich einfach wird

Nach dem Opening brauchte es Orientierung. Kurz, verständlich, ohne Umwege. Was ist KI? Was ist generative KI? Und warum wirkt sie manchmal so, als würde sie «verstehen»? Ein Satz hat dabei vieles sortiert: Ein Language Model sagt nicht, was wahr ist. Es sagt voraus, welches Wort als nächstes wahrscheinlich passt.

Das ist nicht Haarspalterei. Es erklärt, warum KI dir so schnell brauchbare Entwürfe liefert – und warum sie manchmal mit voller Überzeugung danebenliegt. Für den Alltag heisst das: Du bekommst Tempo, aber du behältst die Verantwortung.

Und dann sind wir weg von der Theorie. Denn das ist der Punkt, an dem viele Vorträge scheitern: Man weiss danach mehr, macht aber trotzdem nichts anders.

Die erste Demo: ein kleines Stück Erleichterung

Wir haben früh eine Demo gezeigt, die kaum jemand als «Vision» abtut: Aus einem Meeting-Protokoll eine saubere Zusammenfassung bauen und daraus gleich eine Follow-up-Mail vorbereiten.

Im Raum ist dabei oft dieser kurze Moment, in dem man sieht, wie Köpfe rechnen. Nicht mit Frankenbeträgen, sondern mit Minuten. «Das mache ich jede Woche.» «Das kostet mich jedes Mal ewig.» «Wieso sitze ich eigentlich so lange an einer Mail, wenn der Inhalt klar ist?»

Genau dort entsteht ein realistischer Zugang zu KI: als persönlicher Assistent. Nicht als Ersatz für Wissen, sondern als Hilfe beim ersten Entwurf. Du gibst Ziel, Ton und Kontext vor. KI liefert eine Version. Du prüfst, passt an, entscheidest.

Die Frage, die alles aufmacht

Dann kam die Menti-Frage, die wir bewusst früh platziert hatten: «Wenn du eine Routineaufgabe sofort wegzaubern könntest: Welche wäre das?»

Plötzlich wurde es sehr konkret. Nicht «Strategie», nicht «Digitalisierung», sondern Dinge, die halt liegen bleiben, weil der Tag voll ist: Mails lesen und beantworten, Standardanfragen, Reportings, Auswertungen, Verträge oder AGB verständlich zusammenfassen, Rechnungskontrolle, Offerten prüfen.

Was wir daran mögen: Es ist keine Wunschliste. Es ist ein Spiegel. Und er zeigt, wo KI im Alltag am ehesten ansetzt – bei repetitiven Aufgaben und bei Textarbeit, die niemand «lieben» muss.

Lass uns KI in deinem Team greifbar machen.

Du willst, dass KI bei euch nicht Theorie bleibt, sondern den Arbeitsalltag spürbar erleichtert? In einem praxisnahen Impuls-Referat oder Workshop zeigen wir deinem Team, wo generative KI heute konkret unterstützt – verständlich, ohne Hype und mit Fokus auf Wirkung.

Roger Thalmann
Managing Partner
Verlauf im Dunkelblau bis Lila mit einem subtilen, gepunkteten Wellenmuster im Hintergrund.

KI kann viel – aber nicht das, was du dir manchmal erhoffst

An diesem Punkt kommt oft die Versuchung: «Okay, dann kann KI das doch einfach übernehmen.» Genau hier lohnt sich eine klare Einordnung, weil sie vor Enttäuschung schützt.

Wir haben das Bild aus dem Impuls aufgenommen: Ein Teil ist Routine, ein grosser Teil ist Co-Pilot, und ein kleiner Teil bleibt zwingend beim Menschen – Entscheidung, Empathie, kritisches Prüfen.

Es geht nicht darum, Arbeit «abzugeben». Es geht darum, sie anders zu schneiden. KI macht Vorschläge, du triffst Entscheide. KI strukturiert, du bewertest. KI liefert Varianten, du wählst die passende und übernimmst die Verantwortung.

Und ja, man darf auch nüchtern sein: KI kann Dinge erfinden. Darum braucht es Leitplanken. Welche Daten gehören nicht rein? Was muss immer geprüft werden? Wie bleibt das Team transparent? Diese Fragen machen KI im Betrieb nutzbar.

Live-Bau: als ein Agent plötzlich Eberli-Form annimmt

Der Moment, in dem es im Raum meist klickt, ist nicht die nächste Folie. Es ist das gemeinsame Bauen.

Wir haben gezeigt, wie man einen Assistenten so aufsetzt, dass er zu einem konkreten Arbeitskontext passt.

Nicht als «Allzweck-KI», sondern als Werkzeug mit Auftrag. Was soll er liefern? In welchem Format? Für wen? In welchem Ton? Was soll er nicht tun?

Wenn man diese Fragen ernst nimmt, ist ein Agent kein Gadget mehr. Er wird zu etwas, das man morgen wieder braucht. Und genau darum war dieser Live-Bau ein wichtiger Teil des Vormittags.

Eine Reise nach vorn, ohne sich zu verlieren

Nach dem Live-Bau sind wir in eine Discovery-Journey gegangen: Wo könnte KI Eberli künftig unterstützen? Die Diskussion drehte sich nicht um «alles gleichzeitig», sondern um sinnvolle nächste Schritte.

Wir haben Beispiele gezeigt, die im Baukontext gut anschlussfähig sind, etwa Visualisierungen von Bauprojekten oder Nutzungskonzepten, um Varianten schneller sichtbar und besprechbar zu machen.

Solche Beispiele helfen, weil sie eine Brücke schlagen: von «KI ist abstrakt» zu «Ah, so könnte das bei uns aussehen». Danach wird die Auswahl leichter. Man muss nicht die ganze Bandbreite nutzen. Man muss nur dort starten, wo es wirklich entlastet.

Drei Dinge für den Abend – damit der Tag nicht im Kalender verschwindet

Zum Schluss des Impulses haben wir etwas gemacht, das simpel klingt und trotzdem oft fehlt: Wir haben den Leuten drei kleine Aufgaben mitgegeben, die sie noch am gleichen Abend ausprobieren können.

Ein privates Beispiel, etwas Berufliches, und dann der Schritt, der hängen bleibt: einen eigenen Assistenten für eine Routineaufgabe erstellen. Nicht perfekt. Einfach so, dass man spürt: Das ist nicht «für später». Das ist für jetzt.

Nachmittag mit der Geschäftsleitung: vom Zuhören ins Machen

Am Nachmittag ging es weiter, diesmal im kleineren Rahmen mit der Geschäftsleitung. Die Agenda war klar: Ankommen, Zielbild schärfen, einordnen, dann hands-on – eigene Assistenten erstellen.

Wir haben zuerst geklärt, worum es überhaupt gehen soll: Zeit sparen, Qualität erhöhen, bessere Entscheidungen vorbereiten?

Dann kam eine Unterscheidung, die im Alltag sofort nützt: Ein Assistent reagiert auf dich, ein Agent verfolgt Ziele und plant Schritte selbstständig.

Diese Klarheit ist hilfreich, weil sie Erwartungen erdet. Und weil sie zeigt: Für viele Startpunkte reicht ein guter Assistent völlig.

Use Cases, die nach Betrieb klingen

Im Workshop kamen Beispiele auf, die nicht aus einem Lehrbuch stammen: Kundenumfragen auswerten, ein Newsletter-Update zum Baufortschritt, Projekt-Reporting, Ausschreibungen strukturieren und zusammenfassen.

Und dann wurde gebaut: konzipieren, als CustomGPT erstellen, speichern, teilen.

Das war für uns der schönste Teil. Du siehst, wie Menschen vom «Ich weiss nicht, wie anfangen» zum «Okay, so funktioniert das» wechseln. Nicht, weil alles plötzlich klar ist. Sondern weil sie etwas Eigenes in der Hand haben.

Prompting haben wir dabei als Handwerk behandelt: Rolle, Aufgabe, Ziel, Kontext, Output-Format.

Und weil Handwerk nicht beim ersten Versuch sitzt: testen, nachschärfen, nochmals probieren.

Was wir mitnehmen

Am Ende dieses Freitags blieb bei uns vor allem eines hängen: die Haltung im Raum. Die Mitarbeitenden der Eberli AG waren aufmerksam, haben mitgemacht, nachgefragt. Nicht naiv begeistert, eher gesund neugierig. Genau so entsteht Vertrauen in ein neues Werkzeug.

KI beginnt nicht bei der Technik. Sie beginnt bei einer Frage, die jeder Betrieb beantworten kann: Welche Arbeit möchtest du nächste Woche seltener machen?

Wenn man diese Frage ernst nimmt, wird KI schnell weniger «Thema» – und mehr Unterstützung im Alltag.

Roger Thalmann
Managing Partner
Roger begleitet KMU und öffentliche Organisationen bei der pragmatischen Umsetzung ihrer Digitalstrategie. Als Mitgründer von Centry Labs liegt sein Fokus auf Prozessdigitalisierung, operativer Effizienz und der Einführung von KI als Enabler. Mit über 12 Jahren Führungserfahrung im Marketing und Operations übersetzt er komplexe Transformationen in greifbare Resultate, die Organisationen nachhaltig stärken.

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