Was die Zahlen des Bundesamts für Statistik wirklich sagen
Generative KI ist in der Schweiz im Arbeitsalltag angekommen. Aber nicht überall gleich. Laut Bundesamt für Statistik nutzen 52 Prozent der Erwerbspersonen generative KI (in den letzten drei Monaten).
Spannend wird es beim Blick auf die Berufsgruppen: In Führungspositionen und in intellektuellen und wissenschaftlichen Berufen liegt die Nutzung bei 63-67 Prozent. Am anderen Ende stehen Hilfsarbeitskräfte, dort nutzt weniger als ein Viertel generative KI.

Die Kernaussage ist damit nicht: „Die einen sind neugieriger als die anderen.“
Sondern: KI-Nutzung folgt dem beruflichen Anforderungsprofil. Dort, wo Arbeit text- und wissensintensiv ist, wird KI schneller ausprobiert und wird eher Teil der Routine. Dort, wo Tätigkeiten stärker ausführend, taktorientiert oder prozessgebunden sind, ist die Hürde höher. Nicht zwingend wegen Widerstand. Oft schlicht wegen fehlender Passung, fehlender Zeit oder fehlender Befähigung.
Wenn du KI in deiner Organisation breit verankern willst, heisst das: Du brauchst nicht einfach eine KI-Chat Plattform, sondern ein KI-Zielbild und konkrete KI-Anwendungsfälle pro Berufsgruppe. Sonst bleibt KI ein Thema für ein paar Power-User und der Rest schaut zu.
Nutzung ist nicht dasselbe wie Wirkung
Eine hohe Nutzungsquote sagt noch nichts darüber aus, ob KI im Unternehmen tatsächlich etwas verbessert. Genau hier kippt die Diskussion oft: Viele Organisationen „haben KI“. Sie können aber nicht zeigen, was dadurch messbar einfacher, schneller oder verlässlicher wurde.
Im KMU-Kontext ist das Muster bekannt: Der Wille zur Digitalisierung ist da, aber die Zufriedenheit ist tief. Studien zeigen, dass nur rund 30 % der KMU mit ihren Fortschritten zufrieden sind, während Themen wie Prozessoptimierung, der strategische Einsatz von KI und der Kompetenzaufbau grosse Lücken aufweisen.
Warum? Weil viele zwar Tools einführen, aber keine Strategie dahinter aufbauen, die im Alltag trägt; keine Priorisierung, keine klare Verantwortung, keine Abläufe, die mitziehen und keine Befähigung, die mehr ist als ein Handbuch.
Eine kurze Reflexionsfrage, die in Workshops oft mehr auslöst als jede Folie: Habt ihr KI eingeführt oder habt ihr KI wirklich verankert?
Wirkung beginnt dort, wo ihr sagen könnt:
- Welche Arbeit wird konkret entlastet? (z. B. weniger Suchzeit, weniger Rückfragen, weniger Nachbearbeitung)
- Welche Qualität wird verlässlicher? (z. B. konsistente Angebote, sauberere Dokumentation)
- Welche Entscheidung wird besser vorbereitet? (z. B. strukturiertere Varianten, klarere Risiken)













