Digitale Transformation im KMU: Wo fängst du an?

Roger Thalmann
November 25, 2025
6
Min. Lesezeit

Zusammenfassung

Digitale Transformation im KMU startet mit einem klaren Bild der aktuellen Situation. Eine Reifegradanalyse zeigt, wo Handlungsbedarf besteht und welche Themen Priorität haben. Danach gilt es zu wählen: Prozesse digitalisieren, gezielte Einzelprojekte umsetzen oder das Unternehmen breiter weiterentwickeln. Die sieben Handlungsfelder geben Orientierung. Ein Masterplan mit Vision, Zielen und Verantwortlichkeiten schafft Fokus und hilft, Barrieren wie Zeitmangel oder Unsicherheit wirksam anzugehen.

Warum die ersten Schritte oft die schwersten sind

Viele KMU wissen, dass Digitalisierung wichtig ist. Doch der Moment, in dem du entscheiden musst, wo du beginnst, fühlt sich schnell an wie ein Berg.

Zu viele Themen, zu wenig Zeit, kein eigenes Digitalteam und die Angst, Geld in ein Projekt zu stecken, das am Ende nichts bringt.

Die gute Nachricht: Du musst nicht alles auf einmal lösen. Aber du brauchst Orientierung. Und genau hier startet die eigentliche Transformation.

1. Der Startpunkt: Verstehen, wo du heute stehst

Eine digitale Strategie hat nur dann Wirkung, wenn sie zur Realität deines Unternehmens passt. Deshalb beginnt jeder sinnvolle Transformationsprozess mit einem ehrlichen Blick auf den aktuellen digitalen Reifegrad.

Digitale Reife: Wie weit bist du?

Mit einer Maturitätsanalyse, etwa via Digital Strategy Check, schaffst du ein gemeinsames Bild:

- Was funktioniert heute gut?

- Wo gibt es Engpässe?

- Welche Chancen bleiben ungenutzt?

Das klingt simpel, ist aber oft der entscheidende Moment, in dem Geschäftsleitung und Team zum ersten Mal dieselbe Landkarte sehen.

Der Fokus: Worum geht es dir wirklich?

Nach dem Reifegrad kommt die Weichenstellung. Und diese Entscheidung beeinflusst alles, was danach folgt:

1. Digitalisierung:

Du willst Abläufe stabilisieren, Transparenz schaffen und Kosten senken.

Ideal, wenn Prozesse ruckeln oder die Administration viel Zeit frisst.

2. Einzelinitiativen:

Du reagierst gezielt auf eine Herausforderung, etwa ein Kundenportal oder Cloud-Umzug.

Wichtig dabei: Abhängigkeiten und Wechselwirkungen nicht ignorieren.

3. Digitale Transformation:

Du willst das Unternehmen breiter weiterentwickeln. Vom Angebot bis zur Arbeitsweise.

Grössere Reise, aber mit deutlich mehr Wirkung.

Kein Weg ist „richtig“ oder „falsch. Entscheidend ist, dass du bewusst wählst, statt dich treiben zu lassen.

2. Orientierung: Die sieben Handlungsfelder

Die sieben Handlungsfelder sind wie Leitplanken. Sie sorgen dafür, dass du nicht nur am Prozess drehst oder ein neues Tool einführst, sondern das Gesamtbild im Blick behältst.

1. Kundenorientierung

Was erwarten deine Kundinnen und Kunden heute und morgen?

Ohne dieses Verständnis bleibt jede digitale Initiative ein Blindflug.

2. Neue Technologien

Technologie ist kein Selbstzweck. Aber du brauchst ein Gefühl dafür, welche Entwicklungen relevant sind, welche getestet werden sollten und wo Risiken (z. B. Cybersicherheit) entstehen.

3. Daten & Cloud

Ohne verlässliche Daten gibt es keine fundierten Entscheidungen.

Darum geht es erst um Ordnung: Datenübersicht, Konzepte, Qualität.

4. Strategien & Geschäftsmodelle

Was du heute anbietest, ist vielleicht in fünf Jahren nicht mehr gefragt.

Digitale Transformation bedeutet auch: Mut zum Hinterfragen.

5. Prozess-Management

Standardisierte, klare Prozesse sind die Basis für jede Automatisierung.

Kein Flow – keine Wirkung.

6. Moderne Arbeitswelt

Transformation funktioniert nur, wenn Menschen mitgehen: Führung, Kompetenzen, Zusammenarbeit.

7. Digitales Marketing

Digitale Kanäle sind heute entscheidend, um Märkte zu erreichen und Kundschaft zu binden.

Diese Felder helfen dir, Diskussionen zu strukturieren und Prioritäten sauber zu setzen.

3. Wie du die Strategie entwickelst: Zwei bewährte Methoden

Je nach Tempo, Team und Ausgangslage kannst du mit zwei Methoden arbeiten oder sie kombinieren.

Workshop-Canvas

Ein schlanker Ansatz, der schnell Klarheit schafft.

Im Team werden Ideen generiert, sortiert und priorisiert – entlang der sieben Handlungsfelder.

Gut geeignet, wenn du Bewegung willst und erste Handlungsfelder rasch sichtbar machen möchtest.

ACT-Methode (Analyse – Create – Transform)

Ein strukturierter, tiefer Prozess mit 24 Leitfragen und klaren Schritten.

Er eignet sich, wenn du ein ganzheitliches Bild brauchst oder komplexere Herausforderungen hast.

Der Unterschied?

Canvas bringt Tempo. ACT bringt Tiefe.

Beides kann wirksam sein – solange es zu deinem Unternehmen passt.

Hol dir Klarheit über deinen digitalen Reifegrad.

Wir begleiten dich vom ersten Check bis zum wirksamen Gameplan.

Roger Thalmann
Managing Partner
Verlauf im Dunkelblau bis Lila mit einem subtilen, gepunkteten Wellenmuster im Hintergrund.

4. Der Digitale Masterplan: Dein Gameplan

Der Masterplan ist kein theoretisches Papier, sondern dein strategisches Führungsinstrument. Er sollte kurz, klar und handlungsorientiert sein.

Er enthält:

  • die digitale Vision
  • konkrete Initiativen & Projekte
  • klare, messbare Ziele
  • definierte Verantwortlichkeiten
  • Budgets und Zeitplan

Im besten Fall kannst du damit jede Woche nachvollziehen, ob die Transformation Wirkung zeigt oder ob du nachjustieren musst.

5. Barrieren erkennen – bevor sie dich bremsen

Viele KMU scheitern nicht an der Strategie, sondern an den Hindernissen im Alltag.

Die vier häufigsten Barrieren:

1. Zeit & Ressourcen

Der Klassiker. Die Hälfte aller KMU nennt genau das als grösste Hürde.

Darum braucht es realistische Schritte und klare Prioritäten.

2. Fehlendes Wissen

Führungskräfte und Mitarbeitende fühlen sich oft unsicher, gerade bei KI, Daten oder Cybersecurity.

Schulung und Befähigung sind zentral – nicht als Anhängsel, sondern als fester Bestandteil der Strategie.

3. Widerstand im Team

Veränderung funktioniert nicht per Mail.

Sie braucht Kommunikation, Einbindung und einen klaren Nutzen für jede Rolle.

4. Risiken

Datenschutz und IT-Sicherheit sind nicht verhandelbar.

Wer früh darüber spricht, schafft Vertrauen und Stabilität.

Damit diese Barrieren nicht zur Bremse werden, braucht es:

Projekt-Management, Change-Management und Digital Leadership.

Also Menschen, die koordinieren, befähigen und Orientierung geben.

Fazit: Klarheit zuerst – Tools später

Digitale Transformation ist kein Wettrennen um die neusten Lösungen.

Sie beginnt mit einer einfachen, aber wirksamen Einsicht:

Erst verstehen, wo du stehst. Dann entscheiden, wohin du willst. Und erst dann über Tools sprechen.

Der Reifegrad, der strategische Fokus, die sieben Handlungsfelder und ein sauberer Masterplan helfen dir, die Transformation so anzugehen, dass sie Wirkung zeigt – in deinem Alltag, bei deinen Kundinnen und Kunden und in deinem Team.

Wenn du diesen Weg gehst, brauchst du vielleicht keine neue Kutsche und keine neuen Räder.

Vielleicht brauchst du einfach ein neues Fahrzeug und eine Landkarte, die dir zeigt, welche Strassen sich lohnen.

 

Quelle: Marc K. Peter (2023): Digitaler Masterplan für KMU:

So gelingt die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen.

Roger Thalmann
Managing Partner
Roger begleitet KMU und öffentliche Organisationen bei der pragmatischen Umsetzung ihrer Digitalstrategie. Als Mitgründer von Centry Labs liegt sein Fokus auf Prozessdigitalisierung, operativer Effizienz und der Einführung von KI als Enabler. Mit über 12 Jahren Führungserfahrung im Marketing und Operations übersetzt er komplexe Transformationen in greifbare Resultate, die Organisationen nachhaltig stärken.

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