Warum KI-Sichtbarkeit nicht nur eine Marketing-Frage ist
Wenn ein KI-System dein Unternehmen erwähnt, heisst das noch lange nicht, dass die Antwort auch stimmt.
Genau diese Lücke stand im Zentrum des Forschungsprojekts «AI Visibility & Content Correctness», das Centry Labs als Forschungsprojekt gemeinsam mit der Hochschule Luzern erarbeitet hat. Die Ausgangsfrage war klar: Können Unternehmen durch die Art, wie sie Inhalte auf ihrer Website aufbereiten, beeinflussen, ob KI-Systeme korrekte Antworten geben?
Für uns war das keine theoretische Frage. Wer mit KMU und öffentlichen Organisationen arbeitet, sieht schnell: Falsche oder unklare KI-Antworten haben direkte Folgen. Sie verzerren Leistungsversprechen, verkürzen komplexe Angebote und schaffen Unsicherheit dort, wo eigentlich Vertrauen entstehen sollte.
Darum hat uns das Projekt von Anfang an interessiert. Nicht als Beobachter am Rand, sondern als aktiver Praxispartner.
Welche Rolle Centry Labs im Forschungsprojekt übernommen hat
Das Projekt wurde von Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung, als Innoscheck Forschungsprojekt gefördert und in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern wissenschaftlich umgesetzt. Centry Labs hat die operative Brücke in die Praxis gebaut.
Unsere Aufgabe begann schon früh bei der Frage, wie sich die Forschungsfragen so aufsetzen lassen, dass daraus später nicht nur ein Bericht entsteht, sondern auch nutzbare Empfehlungen für Unternehmen.
Konkret ging es insbesondere um die Sicherstellung des Praxisbezugs unter Berücksichtigung der folgenden Punkte:
- Mitdenken bei Aufbau und Zuschnitt des Projekts
- Unterstützung beim Transfer der Forschungsfrage in testbare Praxis-Szenarien
- Aufbau und Umsetzung von Testseiten mit unterschiedlichen Content-Formaten
- Mitarbeit bei der Frage, wie sich Resultate später in einen Umsetzungsweg für Unternehmen übersetzen lassen
- Mithilfe bei der Evaluation der Resultate
Um die Forschungsresultate praxistauglich zu machen, legten wir besonderen Wert auf die Aufbereitung der Landing Pages. Dabei haben wir unterschiedliche Darstellungsformen aufgebaut und geprüft, damit sichtbar wird, wie verschiedene KI-Systeme auf FAQ-Strukturen, Fliesstext, Tabellen und weitere Formate reagieren.
Das war für uns zentral. Denn Unternehmen brauchen keine abstrakte Diskussion darüber, dass Content wichtig ist. Sie brauchen Antworten auf eine viel konkretere Frage: Welche Form der Darstellung hilft, damit KI-Systeme Informationen sauber aufnehmen und wiedergeben?
Was die KI-Sichtbarkeits-Studie sichtbar gemacht hat
Ein starker Befund aus dem Projekt: Die Form der Inhalte macht einen Unterschied.
Für die Veranstaltung vom 3. November wurde ein Studienblock vorbereitet, der genau diese Erkenntnisse zugänglich macht. Die bisherigen Resultate zeigen ein klares Bild:
- ChatGPT reagiert stark auf FAQ-Formate
- Gemini verarbeitet Fliesstext besonders gut
- Claude wirkt über verschiedene Formate hinweg stabil
- Tabellen schneiden im Vergleich schwächer ab
Das ist für Unternehmen relevant, weil es den Blick verändert. Die Frage lautet nicht nur: Welche Informationen stehen auf der Website? Die Frage lautet auch: In welcher Form stehen sie dort?
Sobald KI-Systeme Inhalte interpretieren, zählen nicht nur Fakten, sondern auch Struktur, Reihenfolge und Darstellungslogik.
Warum uns der Praxistransfer beschäftigt
Genau hier lag unser Schwerpunkt im des Forschungsprojekts. Forschung wird für Unternehmen erst dann wertvoll, wenn aus Resultaten Entscheidungen werden. Darum haben wir nicht nur auf die Studienergebnisse geschaut, sondern auf die nächste Frage: Wie bringst du diese Erkenntnisse in deine Organisation?
Denn selbst wenn klar ist, dass FAQ-Strukturen in einem Modell besser funktionieren und Fliesstext in einem anderen, bleibt im Alltag einiges offen:
- Wer priorisiert die betroffenen Seiten?
- Wer entscheidet, welche Inhalte zuerst angepasst werden?
- Wer prüft, ob die neue Darstellung auch in der Praxis trägt?
- Und wer sorgt dafür, dass das Thema nicht nach einem Workshop wieder verschwindet?
Aus unserer Sicht ist KI-Sichtbarkeit kein Einmalprojekt. Es braucht Zuständigkeiten, klare Review-Schritte und einen Ablauf, der Marketing, Fachbereich und Technik zusammenbringt. Genau an dieser Stelle konnte Centry Labs im Forschungsprojekt mittragen: nicht nur bei der Frage nach dem Content, sondern bei der Frage nach der Umsetzung.














